Digitale Infrarotfotografie mit der

Canon EOS 20D

 

Jahrelang habe ich mich mit der analogen Infrarotfotografie in Schwarzweiss beschäftigt. Doch mit dem Umstieg auf die digitale Technik war es erforderlich, mich auch hier umzustellen und nun fotografiere ich meine Infrarotmotive mit digitalem Equipment.

 

 

 

Wie funktioniert die digitale Infrarotfotografie in Schwarzweiss :



Im Gegensatz zur analogen Infrarotfotografie sind hier einige Vorbereitungen zu treffen. Dafür entfällt die aufwändige Vor- und Nachbehandlung des analogen Infrarotfilmes.

Lediglich einige Vorarbeiten sind durchzuführen, und dann steht dem Fotografieren nichts mehr im Weg.

 

 

Vorbereitung


Zuerst muss man die Tauglichkeit der eigenen Digitalkamera testen.
Dazu nimmt man ganz einfach eine Fernbedienung mit einer Infrarotdiode und fotografiert diese Diode, während man eine Taste auf der Fernbedienung gedrückt hält. Wenn die Diode auf dem Bild leuchtet, ist die Kamera für die digitale Infrarotfotografie geeignet.

 

Testbild für Infrarottauglichkeit der Kamera

 

 

 

Infrarotfilter

 

 

Da das sichtbare Licht bis ca 750 nm Wellenlänge reicht, muss man es also vom Kamerachip "aussperren". Das geht mit Hilfe eines  reinen Infrarotfilters, der nur für die infraroten Wellen durchlässig ist.

 

Ich selbst verwende bei meiner Canon EOS 20D den Infrarotfilter von HOYA, den R72. Dieser sperrt das sichtbare Licht ab ca. 720 nm.

 

Beim Blick durch die Kamera ist jedoch nur schwarz zu sehen - beachten sie dazu die Hinweise zur Aufnahmetechnik auf den nächsten Seiten.

Ein Test mit dem Infrarotfilter von Cokin brachte zusammen mit der Canon EOS 20D überhaupt keine brauchbaren Ergebnisse.

 

 

 

Stativ

 

Infrarotes Licht in der Digitalfotografie benötigt lange Belichtungszeiten !
Mit meiner Canon EOS 20D und dem HOYA R72 komme ich oft auf Belichtungszeiten von mehr als 10 Sekunden.

Die Verwendung eines Statives ist daher unbedingt anzuraten.

 

 

 

Als nächster Schritt folgt die Durchführung des manuellen Weißabgleiches

 

Manueller Weißabgleich mit der

Canon EOS 20D

 

Für die digitale Infrarotfotografie mit der Canon EOS 20D ist es notwendig, einen manuellen Weißabgleich durchzuführen. Mit dem automatischen Weißabgleich sind bei der Canon EOS 20D leider keine vernünftigen Ergebnisse zu erzielen.

Mit aufgesetztem Infrarotfilter wird ein weißes Blatt im Sonnenlicht fotografiert, mit dem Histogramm kann die dazugehörige Belichtungszeit ermittelt werden.

 

Entfernungseinstellung der Objektive


Da das infrarote Licht eine andere Wellenlänge als sichtbares Licht hat, kommt es zu Fokusdifferenzen.

Manche Objektive haben aus diesem Grund einen roten Punkt bei der Entfernungseinstellung.

 

Für die eigenen Objektive ist es notwendig, den Fokuspunkts bei "unendlich" auszutesten.
Kamera auf das Stativ setzen, Block und Kuli für die Notizen bereitlegen und genügend Zeit mitnehmen :)
Machen sie sich Notizen mit genauer Abweichung bei den einzelnen Brennweiten - diese Liste habe ich immer in der Fototasche beim Filter.

Die Liste kann dann zum Beispiel so aussehen :

 

bei 17 mm Brennweite Fokuskorrektur 4 mm rechts

bei 24 mm Brennweite Fokuskorrektur 5 mm nach rechts.
bei 35 mm Brennweite Fokuskorrektur 6 mm nach rechts
bei 50 mm Brennweite Fokuskorrektur 7 mm nach rechts
bei 70 mm Brennweite Fokuskorrektur 9 mm nach rechts

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufnahmetechnik bei der digitalen Infrarotfotografie

 

  • Kamera aufs Stativ setzen

     

  • den Ausschnitt bestimmen,

     

  • Scharfstellen incl. Korrekturfaktor
  •  

  • Filter aufschrauben
  •  

  • Weißabgleich vornehmen
  •  

  • belichten
  • Nachbearbeitung
  • der digitalen Infrarotfotografie

Nachbearbeitung in der digitalen Infrarotfotografie

 

Als erster Schritt wird das digitale Infrarotbild in das Bildbearbeitungsprogramm geladen.

Zuerst nimmt man eine Tonwertkorrektur der einzelnen Farbkanäle, oder eventuell auch nur eine automatische Tonwertkorrektur, vor.

Als nächsten Schritt wandelt man das Bild in ein Schwarzweißbild um und nimmt noch Anpassungen von Kontrast und Helligkeit vor.

Die Umwandlung des digitalen Infrarotbildes bedarf jedoch einiger Versuche um zu optimalen Ergebnissen zu kommen (also üben, üben, üben).

 

Der "Halo"-Effekt des analogen Infrarotfilmes kann durch eine zweite, weichgezeichnete Ebene mit geringer Deckkraft und hohem Kontrast erzeugt werden.

 

 

 

Infrarotbild Zentralfriedhof Beispiel 1

Infrarotbild Zentralfriedhof Beispiel 2

 

Das Ausgangsbild

 

Nach der Tonwertkorrektur

der einzelnen Farbkanäle

In SW umgewandelt und den Kontrast

etwas korrigiert.



 

Geeignete Motive


Das besondere an der Infrarotfotografie ist die Darstellung des so genannten "Wood-Effektes", die Überstrahlung des Pflanzengrüns.

Also sollten im Motiv grüne Pflanzen (Bäume, Sträucher, Wiese) zu sehen sein, das schränkt die Infrarotfotografie nur für einen Teil des Jahres ein.
Lohnenswerte Motive sind jedenfalls dramatisch schwarzer Himmel mit weißen Wolken, alte Ruinen, Friedhöfe,...

 

 

channel mixer --> monochrome --> red 160, green 140, blue -200, YMMV